Vor wenigen Tagen ist Prof. Dr. Reinhard Rürup (1934-2018) im Alter von 83 Jahren gestorben. Reinhard Rürup war ein herausragender Historiker, der mit seinen Publikationen der Forschung entscheidende Impulse gegeben hat, und ein überaus feinsinniger und engagierter Kollege, ohne dessen tatkräftiger Initiative die heute mit einer jährlichen Zahl von über einer Million Besucherinnen und Besuchern […]

Aus dem Blog: History Matters

Hugo Heymann und die Dienstvilla des Bundespräsidenten

Seit einigen Wochen wird in der Presse über die Dienstvilla des Bundespräsidenten im Berliner Stadtteil Dahlem berichtet (Süddeutsche Zeitung, Spiegel-online, Welt und andere). Es geht um die Erinnerung an den jüdischen Vorbesitzer Hugo Heymann, der die Villa 1926 erworben und Anfang Februar 1933 zu sehr ungünstigen Bedingungen verkauft hat – zu einer Zeit, als Adolf Hitler seit einer Woche Reichskanzler war und die neue Regierung keinen Hehl aus ihrer antisemitischen Politik machte. In einem „Tagesspiegel“-Artikel vom 6. September habe ich die Geschichte des Ehepaars Heymann zusammengefasst. Link zum Artikel

2016 hatten Frau Dr. Julia Hörath und ich im Auftrag des Bundespräsidialamtes ein Gutachten verfasst, (Weiterlesen →)

Die ersten 100 Tage

Am 20. Januar 2017 wurde der 45. Präsident der Vereinigten Staaten in sein Amt eingeführt. Kaum ein Tag vergeht seitdem ohne mediale Berichterstattung über die „Politikführung“, die Twitter-Meldungen oder sonstige Inszenierungen Donald Trumps. Erinnert sei etwa an die Wrestling-Szenen, die vor ein paar Tagen um die Welt gingen, mit denen Trump die JournalistInnen des Senders CNN demütigen wollte.

Hundert Tage nach der Amtseinführung in Washington, lud das Einstein Forum in Potsdam die Historiker Bernd Greiner und Michael Wildt zu einer Diskussion über die gesellschaftlichen Folgen des autokratischen Politikstils Trumps ein. (Weiterlesen →)

Aktuell

Neu bei „Geschichte der Gegenwart“: Reizwort „Volk“

Um einem populistischen, biologisch begründeten Volksbegriff ein anderes Konzept entgegenzusetzen, reicht es nicht aus, auf die Verfassung hinzuweisen. Wer zum Volk gehört, war immer auch eine Frage der Inklusion und Exklusion und Verhandlungssache. Umso wichtiger, kulturelle Differenz nicht zu politisieren. Mehr…

Zum Tod von Reinhard Rürup

Vor wenigen Tagen ist Prof. Dr. Reinhard Rürup (1934-2018) im Alter von 83 Jahren gestorben. Reinhard Rürup war ein herausragender Historiker, der mit seinen Publikationen der Forschung entscheidende Impulse gegeben hat, und ein überaus feinsinniger und engagierter Kollege, ohne dessen tatkräftiger Initiative die heute mit einer jährlichen Zahl von über einer Million Besucherinnen und Besuchern zentralen Berliner Gedenkstätte Topographie des Terrors nicht verwirklicht worden wäre.

Reinhard Rürup studierte Geschichte und Germanistik in Freiburg und Göttingen, promovierte 1962 bei Percy Ernst Schramm mit einer Studie über den Pietisten Johann Jakob Moser, (Weiterlesen →)

AfD-Weltbild: Wer ist das Volk?

Diskussionsveranstaltung im Jüdischen Museum, Berlin, 11. Oktober 2017

Michael Wildt, Alexander Häusler, Moderation: Nina Armin

Tagesspiegel vom 12. Oktober: „Volksgemeinschaft oder Staatsbürgerinnen: Im Jüdischen Museum wurde die Welt der AfD diskutiert – und warum sie Chancen hat, noch mehr Köpfe zu besetzen…“ weiterlesen

„AfD-Volksbegriff widerspricht dem Grundgesetz“

Vis à vis: Gespräch mit dem Inforadio Berlin, 9. Oktober 2017

In 13 Landtagen ist die AfD bereits vertreten, jetzt sitzt sie auch im Bundestag. Und ihr Spitzenpersonal spart nicht mit markigen Worten. „Wir wollen uns unser Land und unser Volk zurückholen“ – hat Spitzenkandidat Alexander Gauland am Wahlabend gesagt. Der Historiker Michael Wildt von der Berliner Humboldt-Universität kommt in seinem Buch „Volk, Volksgemeinschaft, AfD“ zu dem Schluss, dass das Volk eine Art Auslaufmodell ist. Dietmar Ringel hat mit ihm gesprochen.
Link zur Sendung

Hugo Heymann und die Dienstvilla des Bundespräsidenten

Seit einigen Wochen wird in der Presse über die Dienstvilla des Bundespräsidenten im Berliner Stadtteil Dahlem berichtet (Süddeutsche Zeitung, Spiegel-online, Welt und andere). Es geht um die Erinnerung an den jüdischen Vorbesitzer Hugo Heymann, der die Villa 1926 erworben und Anfang Februar 1933 zu sehr ungünstigen Bedingungen verkauft hat – zu einer Zeit, als Adolf Hitler seit einer Woche Reichskanzler war und die neue Regierung keinen Hehl aus ihrer antisemitischen Politik machte. In einem „Tagesspiegel“-Artikel vom 6. September habe ich die Geschichte des Ehepaars Heymann zusammengefasst. Link zum Artikel

2016 hatten Frau Dr. Julia Hörath und ich im Auftrag des Bundespräsidialamtes ein Gutachten verfasst, (Weiterlesen →)

Der Einsatzgruppen-Prozess (Fall 9) 1947/48

Vortrag am 11. Juli 2017, 19 Uhr

Topographie des Terrors, Niederkirchnerstr. 8, Berlin

Wenn es einen Prozess gegen die Täter des Holocaust gegeben hat, dann war es der Fall 9 der Nürnberger Nachfolgeprozesse gegen die Führer der SS-Einsatzgruppen und -Einsatzkommandos 1947/48. Hauptangeklagter war Otto Ohlendorf, Amtschef im Reichssicherheitshauptamt und Chef der Einsatzgruppe D, nach eigener Aussage verantwortlich für den Tod von 90.000 Menschen.

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