Michael Wildt ist Historiker und war bis April 2022 Professor für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin.

Eintrag bei Wikipedia

Aktuell

Persönliche Stellungnahme zu den sexualisierten Übergriffen am Institut für Geschichtswissenschaften (IfG) der Humboldt-Universität zu Berlin

Angesichts der jahrelangen sexualisierten Übergriffe am IfG bin ich beschämt und zornig. Beschämt, weil ich in meiner Zeit als Professor am Institut Teil des Problems und nicht der Lösung war, indem auch ich weggeschaut und geschwiegen habe. Zornig bin ich, weil die Studierenden so lange mit ihren Hinweisen kein Gehör gefunden haben und erst, als der Fall öffentlich wurde, wirksame Schritte gegen den betreffenden Dozenten unternommen worden sind, und zornig auch, weil bis heute das Institut öffentlich zu den Vorfällen schweigt, die IfG-Website den Eindruck erweckt, als sei nichts geschehen. (Weiterlesen →)

„Goldmedaille“ für Berliner Historiker

Von Amory Burchard, Tagesspiegel vom 16.12.2022

„Auf die Bürokratie verzichte ich gern und auf die üblichen Querelen an der Uni“, sagt Michael Wildt. Mit Ende des Wintersemesters 2021/22 ging er an der Humboldt-Universität als „Professor für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit einem Schwerpunkt in der Zeit des Nationalsozialismus“ in den Ruhestand.
Auch wenn Wildt nicht wie viele andere prominente Hochschullehrer:innen noch ein paar Jahre als Seniorprofessor an der HU weitermacht – das Programm wurde wegen des Spardrucks heruntergefahren – wird es keineswegs ruhig um den Holocaustforscher. mehr lesen…

SPIEGEL-Essay

Ukraine-Krieg, „Zeitenwende“ und Geschichte
»Zeitenwende« ist ein großes Wort in dieser an Zeitenwenden so reichen Zeit. Sicher drückt der Begriff zunächst einmal ein Gefühl aus, dass die lange geschichtliche Periode, in der wir uns in Mitteleuropa sicher und wohlversorgt glaubten, durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ein Ende gefunden hat. Der Blick in die Zukunft ist nicht mehr zuversichtlich, zumal sich mehrere globale Krisen gegenseitig zu verstärken drohen.
Es stellt sich daher die Frage, ob wir in dieser »Zeitenwende« nicht auch über unsere Vergangenheitsbezüge nachdenken müssten – und ob der historische Horizont der vergangenen Jahrzehnte ausreicht, um der neuen Gegenwart zu begegnen.
Link zum SPIEGEL

Aus dem Blog: History Matters

Im Rausch des Bildersturms

„Völlig sinnlos, noch etwas zu sagen, da mitten hinein ins Gebrüll. Niemand hört zu, im schlimmsten Fall brüllen sie lauter […] denn die Deutschen sind ja deswegen so laut, weil sie es seit Jahren so verdammt ernst meinen mit der Bekämpfung des Antisemitismus in ihrem Land und darin gerade wieder so schrecklich betrogen worden sind. Dabei zerstört vor allem dieses Brüllen alles, jedes Ringen um Vernunft, Augenmaß, Verständigung, Fakten.“
Eva Menasses geistreicher Essay zur Debatte um Antisemitismus und Documenta im SPIEGEL

Gespür für historische Umbrüche

Rezension von Dietmar Süß in der Süddeutschen Zeitung vom 31. Januar 2022:
„Michael Wildt hat ein grandioses Buch über die Zeit zwischen 1918 und 1945 geschrieben. In „Zerborstene Zeit“ geht es nicht um ein glattes Narrativ, sondern um die Empfindungen und Erfahrungen der Zeitgenossen: „Geschichte von unten“ in seiner besten Ausprägung.“ Mehr lesen…