History matters

Hamburg – Stadt ohne Geschichte ?

„Hamburgs Geschichtsignoranz nimmt bizarre Formen an“

Ein erhellender Beitrag von Benedikt Erenz auf ZEIT-Online vom 6. Dezember 2018

„Vergangenheit, Erinnerung, kann furchtbar lästig sein. Ballast, der alle stört, die frisch in die Welt hinausschreiten. Oder -segeln. Obwohl die Reise dann auch schnell wieder zu Ende ist. Denn ohne Ballast kentert das Schiff beim ersten Sturm, in Hamburg weiß man das. In Hamburg wusste man das mal. Aber von diesen Kenntnissen scheint nicht viel übrig zu sein.“ Mehr lesen…

Schicksalsjahr 1938

Deutschland, 9. November 1938: In der sogenannten Reichspogromnacht beteiligen sich zahlreiche Menschen an Gewalttaten gegen Juden. Um die brutalen Übergriffe zu analysieren, muss man das ganze Jahr in den Blick nehmen. Eine Zeit, in der das NS-Regime begann, seine Expansionspläne umzusetzen; in der es die systematische Deportation von Zehntausenden Menschen organisierte und den Terror als Mittel forcierte, um die Juden außer Landes zu treiben.
Gastbeitrag für ZEIT-online. Hier mehr lesen….

Hugo Heymann und die Dienstvilla des Bundespräsidenten

Seit einigen Wochen wird in der Presse über die Dienstvilla des Bundespräsidenten im Berliner Stadtteil Dahlem berichtet (Süddeutsche Zeitung, Spiegel-online, Welt und andere). Es geht um die Erinnerung an den jüdischen Vorbesitzer Hugo Heymann, der die Villa 1926 erworben und Anfang Februar 1933 zu sehr ungünstigen Bedingungen verkauft hat – zu einer Zeit, als Adolf Hitler seit einer Woche Reichskanzler war und die neue Regierung keinen Hehl aus ihrer antisemitischen Politik machte. In einem „Tagesspiegel“-Artikel vom 6. September habe ich die Geschichte des Ehepaars Heymann zusammengefasst. Link zum Artikel

2016 hatten Frau Dr. Julia Hörath und ich im Auftrag des Bundespräsidialamtes ein Gutachten verfasst, (Weiterlesen →)

Die ersten 100 Tage

Am 20. Januar 2017 wurde der 45. Präsident der Vereinigten Staaten in sein Amt eingeführt. Kaum ein Tag vergeht seitdem ohne mediale Berichterstattung über die „Politikführung“, die Twitter-Meldungen oder sonstige Inszenierungen Donald Trumps. Erinnert sei etwa an die Wrestling-Szenen, die vor ein paar Tagen um die Welt gingen, mit denen Trump die JournalistInnen des Senders CNN demütigen wollte.

Hundert Tage nach der Amtseinführung in Washington, lud das Einstein Forum in Potsdam die Historiker Bernd Greiner und Michael Wildt zu einer Diskussion über die gesellschaftlichen Folgen des autokratischen Politikstils Trumps ein. (Weiterlesen →)

Solidarity with Jan Grabowski

June 19, 2017

Esteemed Calin Rovinescu, Chancellor of the University of Ottawa,

We the undersigned scholars of the Holocaust Era, the Second World War, Modern History and other closely related disciplines would like to express our firm support for Professor Jan Grabowski, who most of us have known professionally as a colleague for many years. We can attest to the fact that he is a scholar of impeccable personal and professional integrity. His scholarship holds to the highest standards of academic research and publication, and for such he has earned widespread acclaim in academia, as well as honors and awards.(Weiterlesen →)

Inge Marßolek

Foto: Andrea Genest
Foto: Andrea Genest

Am 16. April wäre Inge Marßolek, eine wunderbare Freundin und kluge Historikerin, 70 Jahre geworden:

„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (John Green), heißt es in der Todesanzeige für Inge. Nur wenige Wochen dauerte es von der Krebsdiagnose bis zu ihrem Tod am 12. August 2016. Auf dem Herausgeber_innen-Treffen von WerkstattGeschichte am 28. Mai in Berlin hat sie noch engagiert mitdiskutiert und den Vorsitz des Vereins für kritische Geschichtsschreibung an Eckart Schörle übergeben. Mit Inge verlieren wir eine kluge, erfahrene, offene und herzliche Kollegin, Historikerin, Freundin, die WerkstattGeschichte mitgegründet und die Zeitschrift mitgeprägt hat.
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Volksjustiz

Wer wissen möchte, was geschieht, wenn das Volk Recht spricht, findet in dem Theaterstück „Terror“ von Ferdinand von Schirach, das am 17. Oktober mit großem Medienrummel im Ersten Deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde, ein anschauliches Beispiel. Darin geht es um ein fiktives Gerichtsverfahren gegen einen Kampfjetpiloten der Bundesluftwaffe, der – in einem fiktiven Fall – ein Passagierflugzeug mit 164 Passagieren abgeschossen hat, das von einem Terroristen in seine Gewalt gebracht worden war und offenbar auf ein Stadion gelenkt werden sollte, in dem sich rund 70.000 Menschen aufgehalten hatten. Dürfen 160 Menschenleben geopfert werden, um 70.000 Menschenleben zu retten?

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